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Neuer Einsatzleitwagen der Feuerwehr Roßla

05.02.2016

 

Knapp 6 Wochen nach der Überführung an den Standort Roßla erfolgte heute die offizielle Übergabe des neuen Einsatzleitwagens an die Ortsfeuerwehr Roßla.

 

Das neue Fahrzeug ersetzt einen 2010 erworbenen ehemaligen Polizeitransporter, welcher in Eigenleistung zu einem Einsatzleitwagen umgebaut wurde und als dieser bestmöglich zum Einsatz kam. Den Anforderungen an einen echten Einsatzleitwagen konnte dieses Fahrzeug jedoch nie gerecht werden.

Erschwerend kam außerdem das hohe Alter des Fahrzeugs hinzu, denn die erstmalige in Dienst-Stellung des Fahrgestelles liegt mittlerweile auch über 15 Jahre zurück.

 

Unter dem offiziellen Funkrufnamen „Florian Roßla 12“ wird der Einsatzleitwagen künftig zu seinen Einsätzen aufbrechen.

 

Zeit also, auch an dieser Stelle den „Neuen“ in unserem Fuhrpark einmal kurz vorzustellen.

 

Kommen wir kurz zu den Fakten:

 

Fahrzeugkategorie  Einsatzleit- / Führungsfahrzeuge
Bezeichnung / Kurzbezeichnung Einsatzleitwagen 1 / ELW 1
Funkrufname Florian Roßla 12
Baujahr 2015
Hersteller Volkswagen
Modell     Transporter T6 (Mittelhochdach / langer Radstand)
Aufbauhersteller Binz Ambulance- und UmwelttechnikGmbH, Ilmenau
Austattungsmerkmale Markise
Drehsitze
Multifunktionsarbeitstisch mit Schubladen
Schrankausbau
Fax- und Internetgateway mit WLAN Hotspot
PC mit zwei 22‘‘ Monitoren und Einsatzführungssoftware
Einsatzunterlagen
Funkanlage (3 x digital 1 x Analog) mit Besprechungseinrichtung
Handfunkgeräte (5 x digital / 5 x analog)
Tablet mit Crash Recovery Sysem zur Unfallrettung
Wärmebildkamera
4-Gas-Messgerät
Heckregalausbau
Schreibmaterial
Absperrmaterial

 

Um damit nur kurz ein paar der wichtigsten Ausstattungsmerkmale aufzuzählen.

 

Im Folgenden möchten wir euch den Einsatzleitwagen gern noch ein bisschen genauer vorstellen.

 

Bei dem Basisfahrzeug handelt es sich um einen Volkswagen Transporter der aktuellen Baureihe T6 mit Mittelhochdach und langem Radstand.

Unserem Wissen nach, ist dies der erste Einsatzleitwagen, der auf dem neuen Transporterfahrgestell von Volkswagen aufgebaut wurde. Den Aufbau übernahm die Firma Binz Ambulance- und Umwelttechnik GmbH aus Ilmenau.

 

Betrachtet man sich das Fahrzeug von außen, so ist das wohl auffälligste Merkmal die großflächige Warnmarkierung am Heck sowie die zusätzlich an den Seiten angebrachte Konturmarkierung.

Ziel der Warnmarkierung ist das bessere Erkennen des Fahrzeugs und der Einsatzstelle. Somit kann, vor allem bei hohen Verkehrsgeschwindigkeiten, erheblich zur Verbesserung der Sicherheit der Einsatzkräfte, beigetragen werden.

Bei Nacht reflektieren die Kontur- und Warnmarkierungen zusätzlich, was den Warneffekt noch einmal verstärkt.

Eine kleine Kostprobe gibt es unten in der Bildergalerie.

Vorbild bei der Gestaltung der Heckklappe, sind die Einsatzfahrzeuge im benachbarten Frankreich. Dort sind diese Warnmarkierungen bereits Pflicht für Einsatzfahrzeuge.

Das restliche Design passt sich an die bereits vorhandenen Löschfahrzeuge an.

Lediglich bei der Farbe der Designelemente wurde mittlerweile auf die Farbe Gelb statt Weiß gesetzt, da dadurch ein höherer Kontrast in Verbindung mit der roten Grundfarbe entsteht und somit eine bessere Erkennbarkeit erzielt werden kann.

 

Eine weitere Auffälligkeit ist die vollständige Ausstattung des Einsatzleitwagens mit Warn- und Arbeitsbeleuchtung in LED Ausführung.

Auch hier stand auf Grund der extrem hohen Lichtleistung vor allem die Sicherheit im Vordergrund. Blaulicht, Frontblitzer, Arbeits- und Umfeldbeleuchtung, sowie große Teile der Innenraumbeleuchtung sind genauso mit LED Technik bestückt, wie auch die eigentliche Fahrbeleuchtung des Basisfahrzeugs.

 

Auf dem Fahrzeugdach ist außerdem eine zweifarbige Rundkennleuchte angebracht. Während der Einsatzfahrt warnt diese mit blauem Licht die Verkehrsteilnehmer. Am Einsatzort angekommen, kann diese dann auf die Farbe Orange umgeschaltet werden. Durch diese „besondere Farbe“ an der Einsatzstelle kann der Standort der Einsatzleitung immer sofort erkannt werden.

 

Abgerundet wird die äußere Ausstattung noch durch eine Markise. Diese bietet der Einsatzleitung einen teilweise wettergeschützten „Besprechungs- und Beratungsraum“.

 

Das Raumkonzept im Inneren sieht einen kombinierten Funk- und Besprechungsraum vor. Daher auch die Markise um ggf. den Funkraum vom Besprechungsraum trennen zu können.

Platz bietet das Fahrzeug insgesamt für 4 Einsatzkräfte. Die beiden vorderen Sitze sind drehbar und können somit zum 2. Funkarbeitsplatz bzw. dem zentralen Arbeitstisch hin gerichtet werden.

Im Heck befindet sich eine 2er-Sitzbank, die unter anderem Sitzplatz für den Funker an der Besprechungsanlage ist. Mit Hilfe dieser Anlage kann ein Funker gleichzeitig auf 4 fest eingebaute Funkgeräte (3 x digital 1 x analog) zugreifen und diese bedienen. Eine zuverlässige und schnelle Kommunikation auch über mehrere Sprechgruppen hinweg ist somit problemlos möglich.

Vervollständigt wird der Arbeitsbereich durch einen fest verbauten PC mit Führungssoftware, an dem zwei Monitore angeschlossen sind.

Ein Monitor ist beweglich um ein ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen, während der zweite Bildschirm hauptsächlich als Info-Screen für den Einsatzleiter gedacht ist, auf dem auf Wunsch alle zur Verfügung stehenden Informationen dargestellt werden können.

Bei Bedarf kann zusätzlich noch auf einen weiteren tragbaren PC zurückgegriffen werden.

 

Auch sämtliche Einsatz- und Feuerwehrpläne stehen sowohl digital als auch in Papierform auf dem Fahrzeug zur Verfügung. Untergebracht sind die Pläne in den fest verbauten Schränken und Schubladen im Fahrzeuginneren.

 

Zur Übermittlung von zusätzlichen Informationen stehen außerdem ein Fax- und ein Internetgateway zur Verfügung. Mittels WLAN lässt sich das Internetgateway auch auf weiteren Geräten zur Verfügung stellen beziehungsweise diese in das Fahrzeugnetzwerk einbinden.

 

Versorgt wird die umfangreiche Technik durch ein spezielles Akkusystem. Dieses ermöglicht es, auch über größere Zeiträume autark zu arbeiten.

Sollten die Akkus dann doch einmal zur Neige gehen kann das Fahrzeug mittels externen Stromerzeugers versorgt werden.

 

Zur Abarbeitung von Einätzen im Bereich der Rettung aus verunfallten PKW’s, LKW’s und Bussen kann auf einen Tablet mit einer Spezialsoftware zurückgegriffen werden.

Diese Software stellt den Einsatzkräften allgemeine und spezielle Informationen zum verunfallten Fahrzeug zur Verfügung und ermöglicht eine optimale Rettung, da die Einsatzkräfte somit einschätzen können, wo sich Gefahren oder Hindernisse befinden und wo sie effizient arbeiten können.

Ein Zugriff auf eine Gefahrstoffdatenbank und die digital hinterlegten Einsatzdaten ist mit dem Tablet ebenfalls möglich.

 

Um Brand- und andere Gefahrenlagen bestmöglich erkunden zu können stehen außerdem eine Reihe weiterer Geräte bereit.

Ein Fernglas ermöglicht eine erste Lageeinschätzung auch über größere Entfernungen hinweg und hilft außerdem zum Beispiel bei Gefahrguteinsätzen die notwendigen Sicherheitsabstände einzuhalten und trotzdem die Einsatzstelle erkunden zu können.

Eine Wärmebildkamera und ein Gasmessgerät bieten außerdem einen Überblick über Brände und Glutnester, sowie eventuell vorhanden Gase oder Explosionsberiche.

 

Für die mobile Kommunikation an der Einsatzstelle stehen insgesamt 5 digitale und 5 analoge Handsprechfunkgeräte zur Verfügung.

Außerdem kann auf ein Telefon zurückgegriffen werden, welches in zwei verschiedenen Handynetzen gleichzeitig arbeiten kann.

 

Auch für kleinere technische Hilfeleistungen ist entsprechendes Werkzeug auf dem Fahrzeug vorhanden.

Das Öffnen von Türen oder durchtrennen von Zäunen und Schlössern ist mit Halligan-Tool oder Bolzenschneider, und weiterem Werkzeug problemlos möglich.

 

Ergänzend könnte man an dieser Stelle noch unzählige weitere kleine Ausstattungsmerkmale aufzählen, wie Atemschutzüberwachungstafel, Handlampen, Decken oder ein Megaphon.

 

Zum Einsatz kommt der Einsatzleitwagen aber nicht nur in Roßla.

 

Auf dem gesamten Gebiet der Gemeinde Südharz wird der Einsatzleitwagen nach besonderen Vorgaben alarmiert und steht somit allen Ortsfeuerwehren als Führungsmittel zur Verfügung.

Zusätzlich ist er außerdem in den vom Landkreis aufzustellenden Bereitschaften, sowie dem Katastrophenschutz eingebunden.

 

Besetzt wird das Fahrzeug von Kameradinnen und Kammeraden der Feuerwehr Roßla, welche speziell auf die umfangreiche Technik des Einsatzleitwagens geschult sind und somit optimal die jeweiligen Einsatzleiter unterstützen können.

 

Erste Bilder des Einsatzleitwagens findet ihr im Anschluss an diesen Artikel.

 

Eine ausführliche Fahrzeuggalerie mit allen Fahrzeugen ist derzeit in Arbeit. Sobald diese fertig gestellt ist, werden wir euch natürlich hier und auf Facebook darüber informieren. 

 

Foto: Einsatzleitwagen

Fotoserien zu der Meldung


Neuer Einsatzleitwagen der Feuerwehr Roßla (05.02.2016)

Bilder des neuen Einsatzleitwagens der Feuerwehr Roßla.